AUSTRALIENS GREAT OCEAN ROAD ABSEITS DER MASSEN

Erstellt von PAUL MILLWALL am 24. Juni 2018 in Beiträge

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In der Vergangenheit hatte ich schon mehrmals die Gelegenheit, Teil des Guide Teams bei einer Ausfahrt zu sein. Diesmal hat es sich aber eher zufällig ergeben: Damien, der Organisator hatte sich kurz davor sein Handgelenk gebrochen, und mich gefragt, ob ich für ihn einspringen könnte.

Sonntag, 25. März 2018:

05.30 Uhr: Der Wecker klingelt. Es wird ein langer Tag werden. Regen wurde vorhergesagt und 35 Bikes werden auf diese Tour mitkommen. In unserer Gruppe sind alle willkommen: Egal, welches Bike, Alter oder Geschlecht, ob Anfänger oder Profi. Mit einer größeren Gruppe dauert die Fahrt nur manchmal etwas länger …

06.30 Uhr: Ich bin schon spät dran. Aber durch dem Regen bin ich in den Briten-Modus gewechselt, und habe angefangen, mehrere Schichten Kleidung anzuziehen, um warm zu bleiben, bis mir eingefallen ist, dass es erst 06.00 Uhr morgens ist, und die Temperatur draußen schon bei 22° liegt. Es wirkt so, als hätte ich nach ein paar Monaten Pause verlernt, wie man sich auf eine Ausfahrt richtig vorbereitet. Also wieder runter mit der Kleidung und dann schnell rauf aufs Bike. Ich treffe Vince und Rodney. Gemeinsam fahren wir über Melbourne in Richtung Westen.

07.00 Uhr: Wir kommen bei McDonald’s in Liverton an, wo wir uns mit ein paar weiteren Fahrern treffen. Ohne lange herumzustehen fahren wir weiter nach Geelong, wo sich der eigentliche Treffpunkt befindet.

07.40 Uhr: Wir kommen an der Tankstelle in Geelong an und müssen feststellen, dass niemand hier ist. Der Wind ist ziemlich stark. Wir tanken voll und sehen uns noch einmal nach dem Rest der Gruppe um, aber niemand ist gekommen. Nach ein paar Telefonaten stellt sich heraus, dass so gut wie alle wegen des schlechten Wetters einen Rückzieher gemacht haben. Während wir noch ein bisschen an der Tankstelle rumhängen, beginnt es zu regnen. Letztendlich ist noch eine Person am Treffpunkt angekommen – jetzt sind wir eine Gruppe von 9 statt der geplanten 35.

08.00 Uhr: Endlich fahren wir los. Craig führt die Gruppe an, ich bin das Schlusslicht. Ich kenne die Route nicht, und erwarte das übliche Gedrängel von Touristenbussen auf der Strecke bis zur Great Ocean Road. Stattdessen fahren wir ins Landesinnere. Wir bleiben in einem kleinen Dorf stehen, wo es nicht mehr gab, als ein Geschäft, eine Eisenbahnlinie und eine Toilette.
Vor dem Laden steht ein einziges Motorrad und zwei Personen. Es stellt sich heraus, dass das Craigs Bruder und seine Frau sind. Ein charmantes Paar auf einer BMW Maschine. Das war’s: 10 Motorräder. Wir fahren in den Otways Nationalpark und haben eine großartige Fahrt nach Lorne. Dort treffen wir auf zwei Typen, die den Touristenpfad genommen haben und auf der Suche nach uns waren. Was für ein Glück – 15 Sekunden später, und sie wären an uns vorbeigefahren.

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Die Great Ocean Road beginnt erst ab Lorne richtig gut zu werden: Viele Kurven mit einem Blick auf den Ozean auf der einen Seite und grünen Hügeln auf der anderen. Ich hatte die Route nicht so beeindruckend in Erinnerung. Dann bleiben wir hinter einem sehr langsamen Auto stecken, was uns die Möglichkeit gibt, uns einfach zurückzulehnen, und die Landschaft zu genießen.

Wir machen einen Zwischenstopp beim Eingang zum Kennet River Holiday Park, vor dem sich ein Café befindet – ein sehr motorradfreundlicher Ort. Wir stehen alle vor dem Koala Café, dessen Name mir bisher nie aufgefallen ist, während eine Gruppe von ungefähr 50 Touristen sich unter ein paar Bäumen versammelt hat und in die Baumkronen fotografiert. Natürlich wurde ich neugierig und als jemand aus der Gruppe sagt, dass Koalas in den Bäumen sitzen, musste ich mich selbst davon überzeugen. Mit der Kamera in der Hand nähere ich mich unauffällig Gruppe, und versuche sie nicht zu stören, obwohl ich ziemlich aufgeregt bin. Ich schleiche mich so gut an, dass sie mich nicht einmal bemerken, als ich in ihrer Mitte stehe. Ich lasse meinen Blick durch die Baumkronen schweifen und sehe Papageien und Kakadus, aber nichts, was einem Koala auch nur ähnlichsieht. Ich entferne mich wieder langsam von der Gruppe, als jemand nach oben zeigt.
Da ist er, der erste wilde Koala den ich jemals gesehen habe. Ich muss diesen besonderen Augenblick zwar mit wildfremden Menschen teilen, aber innerhalb eines Augenblicks werden wir zu einem Team fröhlicher Knipser. Glücklich über meinen Erfolg und meine neugefundenen Fotofreunde gehe ich zurück zu den Motorrädern. Als ich meinen Blick erneut über die Bäume schweifen lasse, entdecke noch einen: Ruhig schlummernd auf einem Ast. Meine Australien-Reunion könnte nicht besser sein.

Ich spaziere zurück zum Rest der Gruppe und schaffe es gerade rechtzeitig auf die Veranda, um mich vor dem stärksten Wolkenbruch zu verstecken, den ich jemals erlebt habe. Nach 10 Minuten ist der Regen vorbei und wir machen uns wieder auf den Weg.

Nach einer kurzen Fahrt kommen wir nach Apollo Bay, wo wir einen kurzen Zwischenstopp zum Tanken einlegen und weiterfahren. Die Straße täuscht hier: Während man überzeugt davon ist, wieder ins Landesinnere zu fahren, findet man sich nach einer Kurve am Rande einer Klippe – darunter der Ozean, im Rücken die Berge. Wenn es nur nicht so windig wäre, würde ich hier einen Halt machen und meine Drone steigen lassen.

Wir fahren weiter und machen eine Mittagspause in der Roadhouse Tavern in Lavers Hill. Solltet ihr jemals hier in der Gegend sein, lohnt es sich, hier stehen zu bleiben. Das Personal ist freundlich und das Essen köstlich. Sie haben sogar mitbekommen, dass ich vor kurzem Geburtstag hatte und mir eine Torte geschenkt. Ich werde auf jeden Fall wieder hier vorbeikommen, wenn wieder in der Nähe bin.

Nach einem kurzen Halt um Fotos zu machen, fahren zurück und biegen ab ins Landesinnere zu einer anderen malerischen Strecke, dem sogenannten Turtons Track. Was für eine fantastische kleine Route! Sie ist aber ziemlich schmal, sodass man auf den engen Kurven auf von Gegenüber kommende Autos aufpassen muss. Eine zusätzliche Schwierigkeit bei unserer Fahrt ist das für die Jahreszeit typische Wetter, wegen dem die Straße feucht und von Ästen und Holzstücken bedeckt ist. Weil wir gezwungen sind, etwas langsamer zu fahren als üblich, können wir die tolle Umgebung dafür noch besser aufnehmen.

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Von hier ist es nur noch eine gemütliche Fahrt über Landstraßen zurück nach Geelong, von dort weiter nach Melbourne. Es war ein langer Tag, aber es hat sich ausgezahlt. Und wir konnten eine alternative Strecke zur Great Ocean Road fahren.

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Copyright: Paul Millwall

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