GIRLS JUST WANNA HAVE FUN TEIL 1 - UND PLÖTZLICH WURDE ES KURVIG

Erstellt von RISER AMBASSADOR GINA DREWES am 24. Januar 2018 in Beiträge

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EINE DREITÄGIGE TOUR DURCH DIE DOLOMITEN

Als ich vor 2 Jahren eine HD Sportster XL1200 Baujahr 97 vererbt bekam, hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben endlich ein richtiges Hobby. Das dieses Hobby wieder ein Teil meines Berufes werden sollte, spricht für die Leidenschaft mit der ich die Dinge angehe. Jedenfalls wurde mein neues, altes garagengepflegtes Goldstück bis dahin meist geradeaus bewegt oder höchstens durch langgezogene Kurven manövriert. Dementsprechend schwerfällig ist die „fesche Lola“, wie ich meine Sporty nenne und auch ich bin ein kleiner Angsthase, wenn’s kurvig wird. Deshalb wird es Zeit für ein „Stell dich deiner Angst“ – Kurventraining und mein „Therapeut“ und Tempomacher Flo fährt mit seiner Ducati Monster, die wesentlich wendiger und schneller ist, voraus.

nser Ziel sind die Dolomiten, wo ich schon immer mal hinwollte, und wir suchen uns nur die kurvenreichsten Straßen und Pässe aus. So starten wir als ungleiches Team in Punkto Schnelligkeit von Feldkirchen in Kärnten los und wenn wir gewusst hätten, dass wir 9 Stunden auf den Maschinen sitzen, wären wir eher losgefahren. Doch der Weg ist das Ziel, oder?

Über Villach nach Hermagor ist quasi schon unsere Hausstrecke und ich mag sie persönlich gern, weil man zügig fahren kann – links die Karawanken, rechts der Dobratsch. Nach Hermagor biegen wir bei Tröpolach ab und kommen zu unserem ersten Pass – der Nassfeldpass. Das macht schon viel Spaß und oben angekommen überqueren wir die Staatsgrenze und sind in Italien. Kurvenreich geht es runter nach Pontebba – und ich danke mir selbst, dass ich davor die Bremsbeläge erneuert habe. Im Ort mal kurz im Kreis gefahren, finden wir endlich die Ausfahrt auf unsere nächste Lieblingsstrecke – das Kanaltal auf der SS13. Wer hier Autobahn fährt, ist selbst schuld.

Die breite Straße mit langgezogenen Kurven verlockt zum Schnellfahren und doch muss man sich immer wieder diese schöne Berglandschaft und das türkise Flussbett anschauen. Kindheitserinnerungen an Ausflüge nach Lignano werden wach…

Bei Tolmezzo fahren wir ab und Dank der verwirrenden Beschriftung und ohne Navi fahren wir wieder zweimal im Kreis, bevor wir den richtigen Weg nach Mediis finden. Die Wolken hängen tief und schwarz, aber wir schaffen es dem Regen davonzufahren.

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Ab Mediis wird es spannend. Wir nehmen eine fast zu übersehende Abzweigung zum Gebirgspass Forcola di Mont Rest (1052 Mt.), von dem ich davor noch nie gehört habe. Offensichtlich viele andere auch nicht, denn ganz selten sind wir anderen Menschen begegnet. Was auch gut war, denn die Straße ist eng und hat viele Haarnadelkurven – ein Traum!

Nach circa 40km kommen wir durch Tramonti und fahren weiter nach Meduno, Maniago und Barcis. Wir können die Dolomiten schon förmlich spüren… In Longarone rätseln wir, wie es weitergeht aber Dank eines Bäckerpaars und leidlichem Italienisch finden wir den Weg nach Ponte nelle Alpi. Es dämmert schon, als wir durch Belluno fahren und bis zu unserem Quartier in Mis/Agordo dauert es noch sicher 1,5 Stunden. Eigentlich will und kann ich nicht mehr, die Stimmung ist etwas angespannt. Aber es hilft nichts, wir müssen weiter. Als wir in Mis ankommen, sehen wir von den Bergen nichts mehr. Wir essen die weltbeste Pizza im einzigen Lokal im Ort und fallen ins Bett.

Tag 2

Dafür sehen wir am nächsten Morgen eine traumhafte Bergkulisse rund ums Haus und freuen uns schon so richtig auf die Tour. Nicht weniger als 7 Pässe sind geplant!

Von Agordo aus nehmen wir die SP347 zum Passo Duran. Zwischen Kühen und Bergen geht es kurvenreich rauf und runter bis Dont. Dort biegen wir links auf die SP251 und befinden uns schon auf dem nächsten Pass – Passo Staulenza. Im Ort Selva di Cadore halten wir uns rechts und los geht’s auf den, meiner Meinung nach, schönsten Pass – Passo di Giau. Wer die Dolomiten erkundet, kommt daran nicht vorbei – eine super Strecke eingebettet in eine beeindruckende Berglandschaft. Hier merken wir auch, dass wir nicht die einzigen am Motorrad sind – es ist ein wahres Paradies für Biker, wobei ich mit meiner Harley eher eine Ausnahme bin. Nach einer kurzen Rast geht’s es wieder bergab zum nächsten Passeintritt Passo Falzarego und Passo Valparola – auch sehr schön, auch sehr kurvig.

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Von der Ortschaft Stern fahren wir weiter zum Passo Gardena (Grödnerjoch) mit einer traumhaften Bergkulisse. Man fühlt sich wie eine Ameise zwischen dem mächtigen Gestein. Wir genießen kurz den Anblick und reiten weiter über den Passo Sella (Sellajoch) und Passo Pordoi (Pordoijoch). Schön langsam fällt es mir schwer, die vielen Motorradkollegen brav zu grüßen und das Kurven fahren wird mit meiner Sporty immer anstrengender. Nachdem wir aber nach Mis zurück müssen, das am Passo Cereda liegt, reiße ich mich nochmal zusammen. Wir heizen über Arraba nach Agordo und beschließen den Tag wieder mit der weltbesten Pizza im einzigen Lokal im Ort.

Tag 3

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Wir brechen früh auf, denn heute geht es zum Abschluss zu den Drei Zinnen. Wieder den Passo Duran entlang, den wir mittlerweile sehr gut kennen, biegen wir bei Dont rechts nach Forno di Zoldo und danach gleich ab auf die SP347 zum Passo Cibiana. Das kurvenfahren macht richtig Spaß und es ist kaum Verkehr. Obwohl wir lieber weiter auf kleinen Straßen fahren würden, nehmen wir die Autostraße nach Cortina d’Ampezzo, um Meter zu gewinnen. In Cortina selbst ist ein Riesenrummel, auch wenn die Wintersaison noch weit entfernt ist. Ich würde ja gern den Ort erkunden, aber der Massentourismus ist mir dann doch zu viel. Ich denke an Peter Sellers, Pink Panther-Filme und wie der Ort wohl in den 60-er Jahren gewesen sein muss. Wir verlassen Cortina Richtung Drei Zinnen mit tausend anderen Autos – es ist Sonntag, die Sonne scheint und alle Italiener machen Ausflug. Beim Lago di Misurina hat man eine tolle Sicht auf die Drei Zinnen, obwohl es von diesem Standpunkt eher wie Zwei Zinnen aussieht. Wir leisten uns die Maut auf den Berg und oben angekommen wandern wir ein stückweit mit der regelrechten Völkerwanderung mit. Da wir es aber noch sehr weit nach Hause haben, verabschieden wir uns nach einer Stunde von den Dolomiten und fahren los Richtung Innichen und Sillian. Auf der Strecke kann man sich die Drei Zinnen noch von der anderen Seite ansehen – sie sind echt gewaltig!

Als schönen Abschluss für unsere Tour wählen wir die Route durch das Lesachtal. Die Strecke ist zwar nicht mehr so gebirgig, aber die Gegend ist wunderschön. Bei Obertilliach machen wir kurz Rast und schauen uns die unzähligen Heuhütten an, die unterm Dorf verstreut sind.

Der Weg nach Kötschach- Mauthen ist dann sehr kurvig und schwierig, man muss echt aufpassen – rechts geht es steil bergab, es gibt nur armselige Leitplanken und die Straße ist ziemlich schlecht. Bei Kötschach hängen wir uns an eine französische Biker-Gruppe und fahren mit Tempo nach Villach zurück. Kurz vor unserem Endziel Feldkirchen haben wir uns eine Abkühlung im Ossiachersee verdient und dann fallen wir von unseren Bikes.

Fazit: eine großartige Tour mit einer beeindruckenden Bergkulisse und ein wahrer Traum für Biker, die Kurven lieben.

FOTOS


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Alle Fotos Copyright: Gina Drewes

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